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Aktualisiert: Oktober 2026
Ein hoher Lohn in der Stellenanzeige ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte lautet: Wie viel bleibt nach Unterkunft, Essen und Fahrten wirklich übrig? Ein Fernfahrer und ein Fahrer im Nahverkehr haben völlig unterschiedliche Ausgaben – deshalb rechnen wir beide Fälle getrennt.
Die Beträge beziehen sich auf 2026 und sind Durchschnittswerte. In Großstädten liegen sie höher, auf dem Land niedriger.
Das Wichtigste in Kürze
- Größter Kostenpunkt ist das Wohnen: von ca. 250 € für eine Firmenunterkunft bis 700 € und mehr für eine eigene Wohnung.
- Unterwegs decken die Spesen den Großteil der Verpflegung – bis zu 28 € pro Tag steuerfrei.
- Ein Fernfahrer mit Firmenunterkunft spart meist rund 1.800–1.900 € im Monat.
- Ein Nahverkehrsfahrer mit eigener Wohnung – oft weniger als 800 €.
Unterkunft – der größte Kostenpunkt
Wie viel du sparst, hängt vor allem davon ab, wo du wohnst.
| Art der Unterkunft | Kosten pro Monat |
|---|---|
| Unterkunft vom Arbeitgeber (Einzel- oder Doppelzimmer) | 0 bis ca. 300 € |
| Zimmer in einer WG, kleinere Stadt | ca. 350–500 € |
| 1-Zimmer-Wohnung außerhalb der Großstädte, warm | ca. 500–700 € |
| 1-Zimmer-Wohnung in München, Frankfurt oder Hamburg | 900–1.500 € |
Wenn du selbst mietest, denk an die Startkosten:
- Kaution – höchstens drei Monatsmieten ohne Nebenkosten (Kaltmiete). Bei 500 € Miete sind das bis zu 1.500 € vorab.
- Anmeldung – innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug musst du dich beim Bürgeramt anmelden. Ohne Anmeldung bekommst du u. a. kein Bankkonto und keine Steuer-ID.
- Möbel – Wohnungen in Deutschland werden oft unmöbliert vermietet, manchmal sogar ohne Küche.
Essen und Einkäufe
Wer selbst kocht, gibt für Lebensmittel rund 250–300 € im Monat aus. Discounter wie Aldi, Lidl, Netto oder Penny gibt es in jeder Stadt.
Unterwegs sieht es anders aus: Essen an Raststätten und Tankstellen ist teuer, dafür gibt es Spesen – 14 € für An- und Abreisetage und 28 € für jeden vollen Tag unterwegs. Bei 18 vollen Tagen sind das rund 530 € netto, was die Verpflegung mehr als abdeckt. Wer Proviant mitnimmt und in der Kabine kocht, kann von den Spesen einiges sparen.
Mobilität und Heimfahrten
- Eigenes Auto (Versicherung, Sprit, Kfz-Steuer, Wartung): realistisch 200–300 € im Monat.
- Deutschlandticket – Monatsticket für den gesamten Nah- und Regionalverkehr in Deutschland. Wenn du dein Depot mit Bus oder Bahn erreichst, ist das deutlich günstiger als ein Auto. Den aktuellen Preis findest du bei der Deutschen Bahn.
- Heimfahrten – mit Bus, Flixbus oder Fahrgemeinschaft. Bei einer Heimfahrt pro Monat rechne mit rund 100–200 € hin und zurück.
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Weitere Fixkosten
| Posten | Kosten pro Monat |
|---|---|
| Strom (wenn nicht in der Miete enthalten) | ca. 40–60 € |
| Handy und Internet | ca. 20–40 € |
| Rundfunkbeitrag (einmal pro Wohnung) | 18,36 € |
| Private Haftpflichtversicherung – empfohlen | ca. 5–10 € |
Kranken- und Rentenversicherung zahlst du nicht extra – sie werden automatisch vom Bruttolohn abgezogen.
Der Rundfunkbeitrag überrascht viele Fahrer aus dem Ausland. Er ist für jede Wohnung Pflicht – egal, ob du einen Fernseher hast. Der Brief kommt meist einige Wochen nach der Anmeldung. In einer Firmenunterkunft übernimmt ihn oft der Arbeitgeber – frag nach.
Wie viel bleibt wirklich? Zwei Beispiele
Fernfahrer, 3/1-System, Unterkunft vom Arbeitgeber
| Position | Betrag |
|---|---|
| Nettolohn (3.200 € brutto, Steuerklasse I) | ca. 2.170 € |
| Spesen (18 Tage unterwegs + An- und Abreise) | + ca. 530 € |
| Monatlich auf dem Konto | ca. 2.700 € |
| Unterkunft vom Arbeitgeber | – 250 € |
| Verpflegung unterwegs | – 350 € |
| Heimfahrten | – 150 € |
| Handy und Kleinigkeiten | – 80 € |
| Bleibt übrig | ca. 1.870 € |
Nahverkehrsfahrer, jeden Abend zu Hause, eigene Wohnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Nettolohn (3.000 € brutto, Steuerklasse I) | ca. 2.054 € |
| Warmmiete (1-Zimmer-Wohnung, kleinere Stadt) | – 600 € |
| Strom, Handy, Internet, Rundfunkbeitrag | – 100 € |
| Lebensmittel | – 300 € |
| Auto | – 250 € |
| Haftpflicht und Kleinigkeiten | – 90 € |
| Bleibt übrig | ca. 710 € |
Bei ähnlichem Lohn kann also mehr als doppelt so viel übrig bleiben – je nachdem, ob du eine Firmenunterkunft und Spesen bekommst. Wer im Nahverkehr statt einer Wohnung ein WG-Zimmer mietet, spart zusätzlich rund 150–250 € im Monat.
Netto berechnet für Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer. Mehr zu Löhnen und Spesen im Artikel LKW-Fahrer Gehalt 2026: Brutto, Netto und Spesen.
So bleibt mehr im Geldbeutel
- Angebote mit Unterkunft bevorzugen – der schnellste Weg zu mehreren Hundert Euro mehr pro Monat.
- Nachfragen, ob die Spesen in voller Höhe gezahlt werden. Wenn nicht, trag sie in die Steuererklärung ein.
- Eine Steuererklärung machen. Fahrer bekommen oft Geld zurück – u. a. für Übernachtungen in der Kabine (9 € pro Nacht) und nicht gezahlte Spesen.
- Steuerklasse III prüfen lassen. Wenn du verheiratet bist und dein Ehepartner nicht in Deutschland arbeitet, kann der Unterschied über 250 € netto im Monat betragen. Die Voraussetzungen bestätigt dir ein Steuerberater.
- Deutschlandticket statt Auto, wenn der Weg zum Depot es zulässt.
Fazit
Wie viel vom Lohn eines LKW-Fahrers in Deutschland übrig bleibt, entscheiden vor allem Unterkunft und Spesen – nicht der Bruttolohn allein. Ein Angebot mit etwas niedrigerem Lohn, aber günstiger Unterkunft und vollen Spesen kann am Ende mehr bringen als ein höheres Gehalt ohne Extras.
Rechne vor der Unterschrift für deine Situation nach: Netto, Spesen, Unterkunft und Heimfahrten.
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Quellen:
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