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Aktualisiert: Oktober 2026
Jeden Tag dieselbe Strecke, feste Zeiten und abends nach Hause – für viele Fahrer ist das ideal. Genau so sieht Linienverkehr aus. Das Gegenteil sind wechselnde Touren, bei denen du morgens nicht weißt, wohin es geht.
Hier erfährst du, wie die Arbeit aussieht, was du verdienen kannst und worauf du bei der Jobwahl achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Feste Strecke, feste Zeiten – das Privatleben lässt sich gut planen.
- Meist nachts – zwischen den Umschlagstationen von Paket- und Stückgutnetzen.
- Verdienst: meist über dem Median für Berufskraftfahrer, besonders auf Nachtlinien dank steuerfreier Zuschläge.
- Weniger Spesen als im Fernverkehr – weil du jeden Tag nach Hause kommst.
Was ist Linienverkehr?
Regelmäßige Fahrten auf derselben Strecke nach festem Fahrplan. Zum Beispiel:
- Nachtlinie zwischen Umschlaglagern – abends Beladung in Würzburg, nachts nach Nürnberg, morgens mit neuer Ladung zurück,
- regionaler Umlauf – jeden Tag dieselben Entladestellen in einer Region,
- feste internationale Linie – z. B. vom Saarland nach Frankreich und innerhalb eines Tages zurück.
Die meisten Angebote kommen von Paketdiensten (KEP) und Stückgutkooperationen, die jede Nacht Ware zwischen ihren Standorten bewegen. Diese nächtliche Fahrt heißt Nachtsprung.
Typisch für diese Arbeit:
- fester Dienstplan – du weißt, wann du anfängst und aufhörst,
- feste Strecke – dieselben Lade- und Entladestellen,
- oft festes Fahrzeug – meist Sattelzug oder Wechselbrückenzug (BDF),
- Schichtarbeit – Tag oder Nacht, meist 5 Tage pro Woche.
Was verdient man?
Als Orientierung dient der Medianlohn für Berufskraftfahrer: rund 3.048 € brutto im Monat (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit). Gute Angebote im Linienverkehr liegen meist auf diesem Niveau oder darüber. Der Mindestlohn beträgt 2026 13,90 € brutto pro Stunde.
Einen großen Einfluss haben Spesen und Zuschläge:
| Bestandteil | Taglinie | Nachtlinie |
|---|---|---|
| Spesen (14 € pro Tag mit mehr als 8 Stunden Abwesenheit) | ca. 290 € netto | ca. 290 € netto |
| Nachtzuschlag (z. B. 25 % des Stundenlohns, steuerfrei) | – | ca. 600–750 € |
| Zusätzlich zum Nettolohn | ca. 290 € | ca. 900–1.000 € |
Beispiel: 21 Schichten im Monat, 18 € brutto pro Stunde, ca. 7 Nachtstunden pro Schicht. Nachtzuschläge sind bis zu gesetzlichen Grenzen steuerfrei.
Deshalb bringt eine Nachtlinie meist deutlich mehr Geld als eine Taglinie – beim gleichen Stundenlohn.
Weitere Bestandteile, nach denen du fragen solltest:
- Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld – häufig in Firmen mit Tarifvertrag,
- Sonntags- und Feiertagszuschläge,
- Prämien – z. B. für unfallfreies Fahren,
- Erhöhungen nach Betriebszugehörigkeit.
Mehr zu Lohn, Netto und Spesen: LKW-Fahrer Gehalt 2026: Brutto, Netto und Spesen
Lenk- und Ruhezeiten
Es gelten dieselben EU-Regeln wie überall im Straßengüterverkehr:
- Tageslenkzeit: höchstens 9 Stunden, zweimal pro Woche bis zu 10 Stunden.
- Wöchentlich: höchstens 56 Stunden, in zwei aufeinanderfolgenden Wochen höchstens 90 Stunden.
- Pause: 45 Minuten nach 4,5 Stunden Lenkzeit.
- Tägliche Ruhezeit: mindestens 11 Stunden (bis zu dreimal pro Woche auf 9 Stunden verkürzbar).
- Wöchentliche Ruhezeit (45 Stunden): darf nicht in der Kabine verbracht werden.
Im Linienverkehr sind diese Grenzen selten ein Problem – die Touren sind so geplant, dass sie mit Puffer eingehalten werden.
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Anforderungen
Arbeitgeber erwarten meist:
- Führerschein CE (für Linien mit Solo-LKW reicht Klasse C),
- Berufskraftfahrerqualifikation (Schlüsselzahl 95),
- Fahrerkarte für den digitalen Tachografen,
- Erfahrung – besonders bei internationalen Linien,
- Grundkenntnisse in Deutsch – für Disposition und Umschlaglager,
- ADR – nicht immer Pflicht, aber gern gesehen; viele Firmen unterstützen dich dabei.
Was du vor der Unterschrift fragen solltest
- Tag- oder Nachtlinie? Und wann genau beginnt die Schicht?
- Welches Fahrzeug? Sattelzug, Wechselbrücke oder Solo-LKW?
- National oder international?
- Wie werden Spesen und Nachtzuschlag gezahlt? Separat oder im Stundenlohn enthalten?
- Unbefristeter Vertrag? Bei guten Angeboten Standard.
- Gibt es einen Tarifvertrag? Das bedeutet meist bessere Bedingungen und Weihnachtsgeld.
Praktische Tipps für den Start
- Fang mit einer einfacheren Linie an – national, am besten tagsüber. Lerne Firma und Abläufe kennen, bevor du eine internationale Nachtlinie übernimmst.
- Lerne Deutsch – schon Grundkenntnisse erleichtern die Arbeit im Umschlaglager enorm.
- Prüfe Bewertungen – auf Kununu, bei Google und auf Bewerbox.
- Achte auf die Ausstattung – ein modernes Fahrzeug mit Klimaanlage und Assistenzsystemen bedeutet Komfort und Sicherheit.
- Achte auf deinen Schlaf – bei Nachtlinien sind ein fester Rhythmus und ein abgedunkeltes Schlafzimmer das A und O.
Häufige Fragen
Ist Linienverkehr stabiler als andere Transportarten?
Ja. Du hast eine feste Strecke, einen festen Dienstplan und oft ein festes Fahrzeug. Du weißt, wann du zu Hause bist, und kannst dein Privatleben planen.
Sind Spesen steuerpflichtig?
Nein, solange sie die gesetzlichen Sätze nicht übersteigen: 14 € für einen Tag mit mehr als 8 Stunden Abwesenheit und 28 € für einen vollen Tag. Wer täglich nach Hause kommt, erhält meist den Satz von 14 €.
An wie vielen Tagen pro Woche wird gearbeitet?
Meist an 5. Nachtlinien beginnen oft am Sonntagabend und enden am Freitagmorgen.
Brauche ich für den Linienverkehr einen ADR-Schein?
Nicht immer. Bei Chemie- oder Kraftstofftransporten ist er Pflicht, bei Paketen und Stückgut seltener – er verbessert aber deine Chancen.
Fazit
Linienverkehr ist eine stabile, planbare Arbeit, bei der du jeden Tag nach Hause kommst. Am besten bezahlt sind Nachtlinien – dank steuerfreier Zuschläge. Für Fahrer, die Regelmäßigkeit schätzen, ist das eine der besten Optionen in Deutschland.
Vergleiche bei der Jobsuche nicht nur den Stundenlohn, sondern auch Nachtzuschlag, Spesen und ob es einen Tarifvertrag gibt. Wenn du überlegst, ob eine feste Linie oder ein Schichtmodell besser zu dir passt, lies Arbeitsmodelle für LKW-Fahrer: 3/1, 2/1 oder 2/2?
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Quellen:
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